|   Professionals, Startseite  |   Kommentar schreiben

Warnwestenpflicht in Deutschland und im Ausland: Auf was Sie zu achten haben

Knallig leuchtend – und im Ernstfall Leben rettend: Die Warnweste. Dieses Stück Stoff ist seit dem 01. Juli 2014 in Form der Warnwestenpflicht in der StVO gesetzlich vorgeschrieben. Damit folgt Deutschland dem Vorbild vieler europäischer Nachbarstaaten, in denen das Mitführen von Warnwesten schon seit längerer Zeit vorgeschrieben ist. Erfahren Sie hier im AL-KO-Experteninterview mit Jessica Beck, Pressesprecherin beim Auto- und Reiseclub Deutschland e.V., kurz ARCD, was die Warnwestenpflicht genau besagt und welche Strafe bei Missachtung folgt. Denn wer gegen die Warnwestenpflicht verstößt, kann Bekanntschaft mit dem Bußgeldkatalog machen und sich auf eine Geldstrafe einstellen.

 

Frau Beck, warum macht das Tragen der Warnweste Sinn?
Durch das Tragen einer Warnweste können Fahrzeugführer, die eine Panne haben, aber auch Fußgänger, Fahrrad- oder Motorradfahrer besser von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden. Wenn eine Person dunkle Kleidung trägt, erkennt sie ein Autofahrer bei Dunkelheit erst ab etwa 25 Metern Entfernung. Helle Kleidung hingegen ist bereits ab circa 80 Metern sichtbar. Noch besser ist die Sichtbarkeit bei Kleidung in Leuchtfarben mit Reflektoren, wie zum Beispiel Warnwesten. Damit kann ein anderer Verkehrsteilnehmer beispielsweise einen Fußgänger bis 150 Meter Entfernung erkennen.

 

Wer muss die Warnweste im Straßenverkehr mit sich führen?
Mindestens eine Warnweste muss in jedem in Deutschland zugelassenen Pkw, Lkw oder Bus mitgeführt werden. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Der ARCD empfiehlt jedoch, für jeden Passagier eine Weste dabei zu haben und vor dem Verlassen des Fahrzeugs anzulegen. So können sich alle Insassen im Notfall sicher vom Unfallort entfernen und von anderen Verkehrsteilnehmern gut erkannt werden – egal ob bei Dunkelheit oder im Tageslicht.

 

Müssen Nutzfahrzeugbesitzer weitere Punkte beim Thema Warnweste beachten?
In Deutschland gilt für Fahrer von gewerblich genutzten Fahrzeugen (Pkw, Lkw, Bus) ebenfalls die gesetzlich vorgeschriebene Warnwestenpflicht. Laut der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft (BG Verkehr) richtet sich die Anzahl der Warnwesten im gewerblichen Bereich nach der Anzahl der regelmäßigen Mitfahrer. Außerdem besteht hier die Pflicht, diese nicht nur mitzuführen, sondern auch zu tragen. Das ergibt sich aus den Vorschriften zur Unfallverhütung und zum Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Grundsätzlich sollten sich gewerbliche Fahrer informieren, welche Regeln im Ausland gelten. Diese weichen oft von denen in Deutschland ab.

 

Warnwestenpflicht_Warnweste gelb_Bild imText_hoch

 

Wo kann man die Warnwesten kaufen?
Warnwesten gibt es im Kfz-Fachhandel, bei Automobilclubs, in Werkstätten, Baumärkte sowie Tankstellen zu kaufen. Käufer sollten auf die korrekte Bezeichnung und Ausführung achten: Die neue Warnweste muss seit dem 1. Juli 2014 der Europäischen Norm EN ISO 20471:2013 entsprechen. Dieser Hinweis befindet sich auf dem Wäscheschild. Ältere Modelle verlieren ihre Gültigkeit bei privat genutzten Fahrzeugen nicht. Erlaubt sind die Farben Gelb, Orange und Rotorange mit zwei umlaufenden, fünf Zentimeter breiten reflektierenden Streifen. Zudem benötigt die Warnweste einen Klettverschluss. Für Kinder gibt es kleinere Größen, die sich auch für den Schulweg eignen.

 

 

 

Wo und wie viele Warnwesten müssen mitgeführt werden?
Wichtig ist, dass die Warnweste griffbereit im Fahrzeuginnenraum liegt. Im Kofferraum bringt sie im Notfall nichts, da man ungesichert um das Fahrzeug herumgehen muss, um die Weste herauszuholen. Im Handschuhfach, unter dem Sitz oder im Seitenfach der Tür ist die Warnweste gut vom Fahrersitz aus erreichbar. Achtung: Die Weste sollte nicht über dem Sitz hängen, da das Tageslicht ihre Farbe ausbleichen kann. In Deutschland schreibt der Gesetzgeber für Privatfahrzeuge das Mitführen einer Warnweste vor. Aus Sicherheitsgründen rät der ARCD jedoch dringend, für jeden Mitfahrer ein eigenes Exemplar parat zu haben.

 

Was sieht der Bußgeldkatalog bei Verstößen vor?
Wer keine Warnweste im Fahrzeug hat, muss mit einem Verwarnungsgeld von 15 Euro rechnen.

 

Was droht bei Missachtung der Warnwestenpflicht?
In Deutschland gilt lediglich die Mitführpflicht für eine Warnweste pro Fahrzeug und somit keine Tragepflicht. Der ARCD empfiehlt allerdings, im Notfall immer eine Warnweste anzulegen. So können Autofahrer sicher ein Warndreieck aufstellen oder zur Notrufsäule gehen. Fahrzeugführern droht ein Verwarnungsgeld von 15 Euro, wenn sie bei einer Polizeikontrolle keine Warnweste vorzeigen können.


Gelten dieselben Regeln im Ausland?
In vielen Ländern, wie Österreich, Belgien, Bulgarien, Spanien oder Tschechien, sind Warnwesten für jeden Fahrzeuginsassen vorgeschrieben. Teilweise gilt nicht nur eine Mitführ-, sondern auch eine Tragepflicht. Häufig müssen auch Motorradfahrer eine Weste mitführen. Da im Ausland die Bußgeldsätze teilweise viel höher als in Deutschland liegen, sollte man sich darüber unbedingt vor der Fahrt informieren. Je nach Land variieren die Geldstrafen zwischen 14 und mehreren Tausend Euro. Auf der sicheren Seite sind Fahrer, wenn sie für jeden Passagier eine Weste dabeihaben und diese vor dem Aussteigen aus dem Fahrzeug anziehen.

 

 

Abgesehen von der Einhaltung der Warnwestenpflicht tragen Sie zudem während der Fahrt mit den AL-KO Fahrzeugkomponenten, wie der Antischlingerkupplung AKS oder der AAA Premium Brake, zu Ihrer Sicherheit bei. Weitere Informationen zum Thema Fahrsicherheit finden Sie auch unter http://www.al-ko.com/de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.