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Wohnwagen und Wohnmobil aus dem Winterschlaf holen

Auch wenn das Wetter wieder etwas umgeschlagen hat: Die ersten Frühlingsvorboten lassen sich nicht mehr vertreiben. Krokusse und Maiglöckchen fangen langsam zu blühen an und der eine oder andere sonnige Tag hat schon für ein wenig Urlaubsstimmung gesorgt.

Zeit also, die Wohnwagen und Wohnmobile so langsam für die nächste Saison vorzubereiten!

Wir geben Tipps, was zu tun ist und worauf man jetzt besonders achten sollte.

 

1.  Rundum-Check

Zunächst einmal sollten Sie Ihren Wohnwagen oder Ihr Wohnmobil von innen und außen unter die Lupe nehmen:

  • Gibt es feuchte oder schimmelige Stellen im oder am Fahrzeug?
  • Sind Luftdruck und Profil der Reifen ausreichend?
  • Weist der Reifen Schäden durch längere Standzeiten auf?
  • Benötigt die AL-KO Drehstabfederachse – sofern nicht die wartungsfreie Variante verbaut ist –   für den perfekten Komfort eine Schmierung (alle 20.000 Kilometer oder mindestens alle 12 Monate)?
  • Besitzt das Fahrzeug eine gültige TÜV-Plakette?
  • Wann ist die nächste Gasprüfung fällig?
  • Funktionieren Beleuchtung, Kühlschrank, Gasanlage, Heizung und Therme?
  • Was sagen die Verschleißanzeigen des Antischlingersystems (AKS)? Müssen hier eventuell neue Reibbeläge eingesetzt werden?

Spezielles Augenmerk sollten Sie auch auf die Auflaufeinrichtung beim Wohnwagen richten:

  • Greift die Handbremse?
  • Lässt sich das Zugrohr ein- und ausschieben?

Ersteres können Sie im angekuppelten Zustand bei langsamer Fahrt prüfen, Letzteres beim Vorwärts- und Rückwärtsrangieren von Hand. Zeigen sich hier Schwächen, muss die Bremsanlage Ihres Caravans dringend in einer Werkstatt überprüft werden.

 

2.  Wartung und Pflege

Im zweiten Schritt bekommen nicht nur die Oberflächen und Stauräume, sondern auch die  Installationen wie Gasherd, Heizung und Toilettenkassette und Grauwassertank eine Grundreinigung verpasst. Die Frischwasseranlage sollte darüber hinaus sorgfältig desinfiziert werden, damit Algen und Keime keine Chance haben.

Außen verleiht eine ausgiebige Wäsche an einem geeigneten Waschplatz oder einer Tankstelle dem Camper neuen Glanz. Am schnellsten und gründlichsten wird das Fahrzeug übrigens mit einer Hochdruck-Vorbehandlung und einer Bürste sauber. Wichtig ist hierbei allerdings, dass die Acrylfenster ausgespart und nur mit speziell dafür vorgesehenen Reinigungsmitteln und weichen Tüchern bearbeitet werden. Für hartnäckige Regenstreifen gibt es entsprechende Mittel, mit denen man den unschönen Verfärbungen zu Leibe rücken kann – beispielsweise den Dometic Clean& Care Acrylglasreiniger.

Bei Wohnmobilen sollte die Batterie nachgeladen und bei Bedarf Motoröl, Scheibenreiniger und Kühlwasser nachgefüllt bzw. gewechselt werden. Außerdem ist es ratsam, Verschleißteile wie z.B. Scheibenwischerblätter, zu kontrollieren und ggf. auszutauschen.

Markisen und Vorzelte sollten einmal ausgepackt und mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Bei Schimmelschäden helfen Spezialreiniger weiter. Achtung: Bitte erst wieder verstauen, wenn die Stoffe gut getrocknet sind!

Schlösser und Scharniere sowie Stützrad und Kurbelstützen am Wohnwagen freuen sich über ein bisschen Sprühfett, damit im nächsten Urlaub garantiert nichts „hakt“ und knarzt.

Besondere Pflege brauchen dagegen die Kupplung und die Antischlingerkupplung AKS. Hier gibt es zwei unterschiedliche Vorgehensweisen: Kupplungen ohne AKS werden ganz normal gereinigt und geschmiert. Besitzen Sie einen Caravan mit AKS, darf die Kupplung am Zugfahrzeug nur gereinigt, nicht aber gefettet werden – andernfalls könnte die Funktion der AKS beeinträchtigt sein!

Fahrzeuge, die auch im Winter bewegt wurden, benötigen zudem eine Unterbodenwäsche, um Chassis, Achse und Karosserie vom Salz zu befreien und so auch dauerhaft in einem guten Zustand zu erhalten.

 

3.  Letzte Vorbereitungen für die Reise

Wenn alle Wartungs- und Reinigungsarbeiten abgeschlossen sind, kommt der angenehme Teil – das Vorbereiten des Reisemobils für den nächsten Urlaub.

Hier sollte zunächst einmal richtig gestöbert werden: Was kam in der letzten Saison nicht zum Einsatz? Welche Ausrüstungsgegenstände sind vielleicht defekt und müssen ausgetauscht werden? Welche schweren Teile lassen sich durch leichtere ersetzen? Fahren die Kinder noch mit in den Urlaub oder können zwei Campingstühle zuhause bleiben?

Direkt im Anschluss und mit hoffentlich etwas mehr freiem Stauraum darf dann endlich wieder eingeräumt werden. Falls die Grundausrüstung über den Winter „ausgelagert“ war, sollten Sie nachsehen, ob alles Wichtige wieder an Bord ist. Insbesondere Werkzeugkiste, Stromkabel und Adapter, Auffahrkeile, Wasserkanister, Gasflasche und natürlich Bettzeug und Geschirr dürfen auf keinen Fall fehlen!

Was man sonst noch alles an Bord haben sollte, hat CamperStyle in der Checkliste „Erstausstattung“ zusammengefasst: http://de.camperstyle.net/checkliste-erstausstattung-fur-wohnwagen-reisemobile/

 

 Wir wünschen eine schöne Reisesaison 2017!

 

 

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