|   Allgemein, Fahrzeugtechnik  |   Kommentar schreiben

Urlaub mit dem Wohnwagen: Das müssen Sie vor der Abfahrt kontrollieren

Auch wenn der Wohnwagen auf- und -abbau immer ein wenig umständlicher ist als beim Wohnmobil – sofern man die richtigen Handgriffe kennt, ist auch ein Caravan schnell abreisebereit. Wir geben Ihnen Tipps, was Sie vor der Abfahrt erledigen müssen.

 

Am Zugfahrzeug

Bei Reiseantritt muss zunächst das Zugfahrzeug überprüft werden. Neben einem routinemäßigen Check der TÜV-Plakette sollten Sie insbesondere vor längeren Fahrten auf folgende Punkte achten.

  • Sind Reifenprofil, -oberfläche und -druck in Ordnung?
  • Ist noch genug Motoröl vorhanden?
  • Funktionieren Scheinwerfer, Blinker und Rücklichter?
  • Sind die Scheibenwischerblätter intakt?
  • Liegen Warnwesten, Nothammer und Erste-Hilfe-Kasten griffbereit?
  • Sind Fahrzeug- und Versicherungspapiere an Bord (bei Auslandsreisen bitte an die „Grüne Karte“ denken)?

Am und im Wohnwagen

Auch am und im Wohnwagen sind vor der Abfahrt – insbesondere beim Wechsel auf einen anderen Campingplatz oder vor der Heimreise – ein paar Dinge „abarbeiten“. Denn auf fliegende Schubladen, zerbrochene Flaschen oder abgerissene Dachluken hat im Urlaub wirklich niemand Lust!

Innen

Der Innenbereich des Wohnwagens sollte mit besonderer Sorgfalt kontrolliert werden, denn hier entstehen bei Nachlässigkeit schnell erhebliche Schäden. Wir raten dazu, folgende Punkte auf eine Checkliste zu setzen und der Reihenfolge nach durchzugehen:

  • Schubladen und Staufächer verriegeln
    Damit während der Fahrt nichts abgerissen wird, klappert oder herausfällt, verschließen Sie zunächst die Dachluken und Fenster, dann die Schubladen und Staufächer.
  • Toilettenschieber schließen
    Im Bad bitte darauf achten, dass neben den Schranktüren auch der Toilettenschieber geschlossen und der Deckel heruntergeklappt ist. Sonst können unangenehme Überraschungen drohen!
  • Raumteiler und schwere Gegenstände sichern
    Verstauen oder verzurren Sie schwere und lose Gegenstände sowie Behälter mit Flüssigkeiten und sichern Sie eventuell vorhandene Raumteiler und Türen.
  • Kühlschrank umstellen
    Der Kühlschrank sollte von Gas oder Landstrom auf die Autobatterie umgestellt werden, damit Lebensmittel während längerer Fahrten nicht verderben.

Außen

Auch hier gibt es ein paar Punkte, die der Reihe nach durchzugehen sind:

  • Gas abdrehen
    Hahn an der Gasflasche zudrehen, Gas aus den Leitungen entweichen lassen und anschließend vorsichtshalber auch die Absperrhähne im Wohnwagen selbst schließen.
  • Markise einfahren
    Auch wenn es vielleicht etwas skurril klingt: Es gibt immer wieder Fälle, in denen Camper etwas zerstreut die Rückreise angetreten und dabei ihren Schattenspender mitgeschleift haben. Ein teurer Spaß!
  • Satellitenschüssel und Antennen abnehmen oder einklappen
    Damit es auf der Schnellstraße keinen UFO-Alarm gibt, sollten Satellitenanlagen, Antennen und weitere bewegliche Teile abgenommen und fest installierte eingefahren werden.
  • Licht im Camper ausschalten
    Kein sicherheitsrelevanter Punkt, aber auch wenn die Innenbeleuchtung von Wohnwagen in der Regel sehr wenig Strom verbraucht, muss sie im Stand ja nicht unbedingt an der Autobatterie „saugen“.
  • Stromversorgung trennen
    Bevor der Wohnwagen bewegt wird, um ihn ans Zugfahrzeug anzukuppeln, sollte das Landstromkabel entfernt und verstaut werden – so kann es nicht am Stellplatz vergessen werden.
  • Stützen hochkurbeln
    Nun ist etwas Muskelkraft gefragt: Die Wohnwagenstützen müssen hochgekurbelt werden. Wem das zu anstrengend ist, der kann sich übrigens aus Akkuschrauber bzw. Bohrmaschine und dem passenden Aufsatz einen „DIY-Automatikkurbler“ basteln.
  • Unterlegbrettchen/Auffahrkeile einpacken
    Während der Standzeiten haben sie gute Dienste geleistet, bei der Abfahrt werden sie gerne mal vergessen: Auffahrkeile oder Brettchen, die gegen Einsinken und schief stehende Wohnwagen schützen. Bitte nicht auf der Parzelle liegen lassen!
  • Wohnanhänger ankuppeln
    Hier ist besondere Sorgfalt gefordert! Bitte nehmen Sie sich gerade als Anfänger Zeit und kontrollieren Sie den richtigen Sitz Ihrer Antischlingerkupplung. Außerdem sollten die Reibbeläge regelmäßig geprüft und ausgetauscht werden.
  • Rangierantrieb zurückdrehen und Sicherung trennen
    Bevor der Caravan durch Fremdeinwirkung gezogen wird, muss der Rangierantrieb unbedingt vom Reifen entfernt und in seine Ausgangsposition zurückgebracht werden. Andernfalls kann das System schwere Schäden davontragen. Bitte auch daran denken, die Sicherung im Innenraum zu trennen und die Fernbedienung auszuschalten.
  • Stützrad hochfahren und sichern
    Sobald der Wohnwagen angekuppelt ist, hat das Stützrad seinen Zweck erfüllt und kann gesichert werden. Hier bitte darauf achten, dass es komplett hochgefahren und die Feststellschraube gut angezogen, aber nicht überdreht wird!
  • Abreißseil anlegen
    Die meisten Camper legen das Abreißseil lose über die Anhängerkupplung – diese Vorgehensweise wird in den meisten Ländern auch geduldet. Bei Fahrten in und durch Österreich, die Niederlande oder die Schweiz gelten jedoch besondere Regelungen. Hier muss das Abreißseil mit einem festen Bauteil des Zugfahrzeugs (Öse, Langlöcher, etc.) verbunden werden, sonst drohen hohe Geldbußen. Tipp: Unabhängig von rechtlichen Vorschriften ist es aus Sicherheitsgründen immer ratsam, dieser Vorgehensweise zu folgen, denn wer will schon unterwegs seinen Wohnwagen „verlieren“?
  • Pkw-Kabel anschließen
    Damit die Lichter des Wohnwagens funktionieren und der Kühlschrank unterwegs mit Strom versorgt wird, muss das 13-polige Kabel mit der „Steckdose“ am Kfz verbunden werden.
  •  Lichter kontrollieren
    Ist der Wohnwagen ans Zugfahrzeug angeschlossen, müssen Rücklichter, Blinker, Warnblinkanlage und Bremslichter getestet werden. Das geht am besten zu zweit – einer sitzt in der Fahrerkabine des Zugfahrzeugs, der andere steht hinten am Wohnwagen und gibt Handzeichen, wenn alles ok ist.
  • Abwasserbehälter leeren und sicher verstauen
    Frischwasser auffüllen: Falls unterwegs Wasser benötigt wird, sollte nun ein kleiner Vorrat nachgefüllt werden. Bitte achten Sie dabei jedoch darauf, die maximal mögliche Zuladung und das zulässige Gesamtgewicht nicht zu überschreiten, sonst kann es beim Wiegen oder einer Führerscheinkontrolle zu Problemen kommen!
  • Türen, Ladeklappen und Deichselkasten verschließen
    Die Eingangstür des Wohnwagens sowie diverse Klappen sollten nicht nur geschlossen, sondern auch mit Schlüssel verriegelt werden. So lässt sich vermeiden, dass sich während der Fahrt etwas öffnet und abreißt oder sich der Inhalt der Stauräume über die Straße verteilt.
  • Trittstufe einsammeln
    Ab und zu sieht man sie – einsam und verlassen auf leeren Parzellen: Die berühmten grauen Trittstufen, die mit dem Wohnwagen geliefert werden und uns in der Regel ein halbes Camperleben lang begleiten. Da der Ein- und Ausstieg ohne sie recht unbequem sein kann, sollten sie das gute Stück auf jeden Fall vor der Abfahrt einpacken!
  • Handbremse am Wohnwagen lösen
    Wem ist es nicht schon passiert: Man hat alles gewissenhaft verschlossen und eingepackt, sitzt abfahrbereit im Auto und lässt die Kupplung kommen – dann ein Ruck, ein leichtes Quietschen und ein wackelnder Wohnwagen. Die Handbremse ist noch angezogen! Das ist nicht weiter schlimm, nervt aber. Deshalb am besten mit auf die Checkliste packen.
  • Stellplatz abschließend prüfen
    So, nun ist es fast geschafft! Nur noch ein kurzer Rundgang über die Parzelle, ob nicht irgendwo noch ein Adapter, ein Hundenapf, die Dusch-FlipFlops oder andere vergessene Gegenstände herumliegen und dann kann es endlich losgehen!

Gute Fahrt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.